Die Haltestelle

Die Haltestelle

mit Kira & Felix

Valerie Schönian – Dass man sich verstehen könnte

Heute steht Valerie Schönian mit uns an der Haltestelle. Sie ist freie Journalistin und Autorin unter anderem beim Leipziger Büro der ZEIT. Sie hatte mit Michael Schlieben den Podcast “Wie war das im Osten” der ZEIT gehostet und ist eines der über 200 Gesichter der Initiative “Wir sind der Osten”.  Mit „Halleluja“ und „Ostbewusstsein“ hat sie zwei sehr lesenswerte Bücher geschrieben. Außerdem wurde sie 2023 mit dem Helmut Schmidt Journalistenpreis und dem Marlies Hesse-Preis für Nachwuchjournalist:innen ausgezeichnet. 

Drei Fragen an Valerie

  • Wo befindet sich deiner Meinung nach die schönste Haltestelle und warum ausgerechnet die?

Schönheit entsteht aus Gefühlen. Die Haltestelle, die bei mir am meisten davon auslöst (auch wenn sie ansonsten vielleicht keinen objektiven Schönheitskriterien entspricht), ist der Magdeburger Hauptbahnhof. Hier komme ich an, wenn ich in die Heimat fahre. Es ist der Ort, an dem sich Magdeburg wohl am schlechtesten verkauft. Ein schmaler Gang mit Geschäften, wie es sie überall gibt. Ein Fahrstuhl, den man nie benutzen kann, wenn man den Zug noch erwischen will. Vor dem Bahnhof viel Nichts und einen Burger King. Aber in mir löst das alles eben heimatliche Gefühle aus, ein Gemisch aus Erinnerungen und Erwartungen (denn ich weiß, hinter dem Burger King liegt noch viel mehr).

  • Nenne ein Feature, das jede Haltestelle besser machen würde?

Plakate, die von den Werbetextern der Berliner BVG gemacht sind (denn die sind mit Abstand die lustigsten). Und die am besten dazu aufrufen, die Hoffnung nicht aufzugeben, bei allem Übel. Und Geld zu spenden. Und in Diskussionen mit Menschen zu gehen, die verfassungsfeindlich denken. Eben die ganzen großen ernsten Dinge, aber in lustig. 

  • Was war die letzte große Frage, über die du nachgedacht hast?

Wieso sehen manche Menschen in der Demokratie keinen Wert? Wie lässt sich das ändern? 

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